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Die Integration von intelligenten Systemen in Fahrzeuge aller Art ist ein wichtiger Teil der modernen Fahrzeugentwicklung und wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Insbesondere die Erhöhung der allgemeinen Sicherheit liegt hierbei besonders im Fokus, da intelligente Systeme maßgeblich zur Reduzierung von Verkehrsunfällen beitragen können. Aktuell diskutiert die EU-Kommission in diesem Zusammenhang eine Pflicht zur Einführung von intelligenten Tempobegrenzern bei Neufahrzeugen. Doch was bedeutet das eigentlich genau?

Was genau versteht man unter intelligenten Autos?

Unter einem intelligenten Auto wird im Allgemeinen ein PKW verstanden, dessen eingebaute Technik selbstständig Verkehrssituationen erkennen und autonom auf diese reagieren kann. Die intelligente Technik verwendet dafür moderne Sensoren wie beispielsweise spezielle Geschwindigkeitssensoren, welche während der Fahrt Informationen sammeln und diese anschließend an entsprechende Aktoren weitergeben.

So erkennen die Sensoren zum Beispiel

  • die Fahrgeschwindigkeit,
  • den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug oder
  • die eigene Position innerhalb der Fahrspur.

Registriert das System nun Abweichungen wie ein Unterschreiten des Sicherheitsabstandes, wird die Bremse automatisch solange betätigt, bis die vorgesehene Distanz wieder erreicht ist.

 

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Welche Überlegungen werden derzeit bei der EU-Kommission in Bezug auf Tempobegrenzer diskutiert?

Die EU-Kommission setzt sich derzeit mit der Einführung einer Pflicht für die sogenannte Intelligent Speed Adaptation - kurz ISA - auseinander. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um ein intelligentes Bremssystem, das selbstständig Geschwindigkeitslimits erkennt und im Falle eines Überschreitens ein weiteres Beschleunigen verhindert.

Die Einführung dieser intelligenten Tempobegrenzer wird vor allem deshalb diskutiert, da zu hohe Geschwindigkeiten im Straßenverkehr nach wie vor die häufigste Unfallursache darstellen. Laut dem Bericht der Arbeitsgruppe wird dabei vorgeschlagen, die Bremsautomatik ab September 2020 in neue Fahrzeugtypen zu integrieren. Weiterhin sollten spätestens zwei Jahre nach der Einführung auch alle Neufahrzeuge mit der Technologie ausgestattet werden.

Eine Alternative zum vorgeschlagenen System wäre eine Bremsautomatik, die den Fahrer lediglich auf die Geschwindigkeitsüberschreitung hinweist und nicht aktiv eingreift. Allerdings hätte diese abgeschwächte Form eine deutlich geringere Auswirkung auf die Zahl der Verkehrstoten.

 

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Welche Vor- und Nachteile bieten die Tempobegrenzer?

Durch die Implementierung von ISA-Systemen, die selbstständig eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit verhindern, könnte die Anzahl der Verkehrstoten um bis zu 37 Prozent gesenkt werden.

Weiterhin würde der Verkehrsfluss wesentlich weniger durch Staus behindert werden, da zu hohe Geschwindigkeiten ebenfalls massiv zur Stauentstehung beitragen.

Ein kritischer Punkt ist hingegen die Tatsache, dass dem Fahrer durch die Technik ein Stück seiner Kontrolle entzogen wird, was unter Umständen sogar die Sicherheit gefährden kann.

So kann es in Ausnahmesituationen wie beispielsweise während des Überholvorganges notwendig sein die Höchstgeschwindigkeit für einen kurzen Moment zu überschreiten, was mit der intelligenten Technik nicht möglich werde.

Auch in Bezug auf den Datenschutz ist die Situation bisher unklar, da für die Umsetzung der Tempobegrenzer ein ständiges Tracking der Fahrzeuge notwendig wird.

 

Starker Gegenwind durch Autofahrer erwartet

Ähnlich wie ein festes Tempolimit auf Autobahnen, wird die Einführung der Pflicht von den Autofahrern in vielen deutschen Metropolen eher negativ bewertet, was vor allem auf den Entzug der eigenen Kontrolle zurückzuführen ist. So fürchten viele Menschen, dass Sie in bestimmten Verkehrssituation blind auf die technischen Helfer vertrauen müssen, ohne im Notfall selbst eingreifen zu können.

Zusammengefasst zeigt sich, dass es sich bei der Einführung einer Pflicht von Tempobegrenzern um ein zweischneidiges Schwert handelt, das trotz logischer Argumente in der Bevölkerung auf massive Kritik trifft. Aus diesem Grund wird eine radikale Einführung der Systeme nach Vorschlag der Kommission wohl kaum realistisch sein, sodass eine schrittweise Etablierung mit zahlreichen Kompromissen wesentlich wahrscheinlicher erscheint.