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Nach Führerscheinprüfung nicht mehr gefahren:
Wie die Rückkehr hinters Steuer klappt

Autofahren nach langer Pause? Gerade in der älteren Generation gibt es viele Menschen, die einen Führerschein haben, aber schon seit Jahren nicht mehr selbst hinterm Steuer saßen. Das gilt besonders häufig für Frauen, die das Autofahren ihren Ehemännern überlassen.

Wenn dann plötzlich ein Wiedereinstieg in den Straßenverkehr erforderlich ist – etwa nach dem Tod des Partners –, kommt es nicht selten zu Schwierigkeiten. Nach Führerscheinprüfung nicht mehr gefahren? Mit ein paar Tipps klappt die Rückkehr hinters Steuer aber auch nach jahrelanger Fahrpause.

 
 

Inhalt: Nach Führerscheinprüfung nicht mehr gefahren

Punkt 1

Viele Führerscheinbesitzer fahren jahrelang nicht selber Auto

Es ist der Klassiker schlechthin: Mit 20 Jahren wurde der Führerschein gemacht, dann wurde früh geheiratet und eine Familie gegründet. Ab diesem Zeitpunkt saß dann stets der Ehemann im Auto hinterm Steuer.

Der Teufelskreislauf

Je länger  Sie nicht selbst fahren, umso stärker wird die Angst, sich wieder ans Steuer zu setzen.

Vor allem ältere Führerscheinbesitzerinnen kehren dann nach jahrelanger Fahrpause wieder hinters Steuer zurück – beispielsweise wenn der Ehemann verstorben ist oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren kann.

Viele Frauen, aber auch Männer, haben dann das Gefühl, der Verkehr habe seit Ihrer Führerscheinprüfung zugenommen, wäre hektischer geworden. Man hat Angst, nicht mehr schnell genug auf alles reagieren zu können. Gedanken wie: "Meine Reaktionsgeschwindigkeit hat bestimmt auch abgenommen" kommen auf.

Frauen und auch Männer, die jahrelang nicht selbst gefahren sind, beginnen oftmals gefühlt wieder bei null. Wegen fehlender Fahrpraxis muss man aber nicht gleich das Auto verkaufen. Mit ein paar Tricks gelingt es auch Personen, die viele Jahre lang nicht selbst Auto gefahren sind, sich wieder hineinzufinden.

Wer schon Fahrpraxis hatte, kommt schneller wieder rein.

Die gute Nachricht von Verkehrsexperten: Man verlernt das Autofahren nie ganz und kommt in aller Regel schnell wieder rein. Nach einiger Zeit der Übung läuft vieles am Fahrgeschehen wieder ganz automatisch ab.

Grundsätzlich gilt dabei: Je länger Sie vor der Pause bereits Auto gefahren sind, umso leichter fällt Ihnen der Wiedereinstieg. Denn Autofahren ist ein bisschen wie Fahrradfahren – so richtig verlernt man es nie.

Fakt ist aber auch: Umso länger die Pause war, desto schwieriger ist es, sich einfach wieder hinters Steuer zu setzen und loszufahren. Die Rückkehr-Angst wird mit jedem Jahr der Fahrabstinenz größer.

Aber selbst Senioren müssen nicht aufs Autofahren verzichten – auch dann, wenn sie schon länger keine Fahrpraxis mehr gesammelt haben.

Wichtig ist eine gute Selbsteinschätzung. Deshalb sollten alle Autofahrer nach einer längeren Fahrpause das eigene Fahrvermögen von einer außenstehenden Person beurteilen lassen.

Punkt 2

Vorab Verkehrsübungsplätze aufsuchen

Keinesfalls sollten Sie unvorbereitet und allein sofort wieder in den öffentlichen Straßenverkehr einsteigen. Stattdessen ist es eine gute Idee für Wiedereinsteiger, erst einmal auf einem Verkehrsübungsplatz ein paar Trainingsstunden zu nehmen. So können Sie sich in einem sicheren Rahmen wieder an das Fahren gewöhnen, bekommen Routine für Gas, Bremse und Kupplung.

Bundesweit unterhält beispielsweise der ADAC 21 öffentliche Verkehrsübungsplätze für solch ein Training. Hier kann jeder abseits des Straßenverkehrs alltägliche Situationen des Autofahrens üben und seine Unsicherheiten abbauen.

In einigen Regionen bietet der ADAC auch Kurse für Menschen an, die seit der Führerscheinprüfung nicht mehr gefahren sind. Das Spektrum der Seminare ist groß: Von Sitz einstellen über Slalom fahren bis Ausweichen wird alles geübt.

Punkt 3

Fahrschulen bieten Nachschulungs- und Auffrischungskurse an

Alternativ oder ergänzend können Sie Ihren Wiedereinstieg in den Straßenverkehr auch durch eine professionelle Fahrschule begleiten lassen. Viele Fahrschulen in Deutschland bieten mittlerweile entsprechende Nachschulungskurse an.

Für Schweizer gibt es zum Beispiel eine Fahrschule in Zürich mit Auffrischungskursen für Autofahrer, die länger nicht hinterm Steuer saßen. Dort sollten die Fahrstunden von geduldigen und erfahrenen Fahrlehrern durchgeführt werden und auch der Spaß darf nicht auf der Strecke bleiben. Das sind Aspekte, die dazu führen, dass sich auch oder gerade ängstliche und ältere Autofahrer wohlfühlen.

Da die Anforderungen der Führerscheinbesitzer sehr individuell sind, gibt es kein standardisiertes Nachschulungsprogramm. Stattdessen lassen Sie sich einfach persönlich von Ihrer Fahrschule beraten. So kann am besten entschieden werden, wie viele Theorie- und Praxisstunden Sie benötigen.

Den meisten Wiedereinsteigern ist der Gruppenunterricht mit anderen Fahranfängern unangenehm. Oft ist es aber auch gar nicht notwendig, an den festen Theoriestunden in der Gruppe teilzunehmen. Die Grundkenntnisse sind oft noch vorhanden, sodass nur gezielt nachgeschult werden muss.

Bei Auffrischungskursen ist es zudem üblich, den Fahrschulwagen nur für die ersten Praxisstunden zu nutzen. Danach wird auf das eigene Auto des Wiedereinsteigers gewechselt. So können Sie sich gut mit den Funktionen und dem Fahrverhalten Ihres Fahrzeugs vertraut machen.

So kehrt das Gefühl  für das Fahren mit der Zeit zurück. Sie wagen sich von Fahrt zu Fahrt selbstbewusster in den Verkehr.

Eine Auffrischung ist auf jeden Fall empfehlenswert – das zeigen auch die Unfallzahlen

Ein Blick auf die Unfallzahlen zeigt, dass eine Auffrischung sehr sinnvoll ist: Sind ältere Autofahrer an einem Unfall beteiligt, liegt die Schuld überdurchschnittlich oft bei ihnen. Je nach Alter und Gesundheitszustand kann es daher auch empfehlenswert sein, sich vor der Rückkehr hinters Steuer beim Arzt durchchecken zu lassen.

Punkt 4

Tipps für die ersten Fahrten

  • Tiefe Bauchatmung: Bevor Sie losfahren, atmen Sie 2-3 Minuten tief und langsam in den Bauch ein und aus. Spüren Sie, wie sich Ihr Bauch ausdehnt und wieder zusammenzieht. Dieses kleine Ritual wird beruhigend auf das nervöse Nervenkostüm.
  • Haben Sie Angst vor einer Panikattacke? Dann können Sie mit Hilfe eines Psychologen oder Psychotherapeuten ein Anti-Panik-Training absolvieren.
  • Zunächst ohne viel Verkehr: Die ersten Alleinfahrten sollten nicht in der City stattfinden. Suchen Sie sich zunächst eine ruhige Landstraße oder ein einsames Dorf für Ihre ersten Fahrten, um Sicherheit zu tanken.
  • Fahrt zur Arbeitsstelle üben: Bevor Sie sich das erste Mal in den morgendlichen Berufsverkehr stürzen, sollten Sie die Fahrt in die Firma üben. Am besten am Sonntagvormittag bei wenig Verkehr.
  • Klein starten: Fahren Sie möglichst die ersten Fahren in einem kleineren Auto. Man muss sich ja nicht gleich mit einem Schlachtschiff ins Getümmel wagen.
  • Mitfahrer meiden: Viele Menschen reagieren mit gesteigerter Nervosität und Hektik, wenn jemand während der ersten Alleinfahrten neben ihnen sitzt. Darum sollte man zunächst lieber alleine im Auto sitzen, nachdem man die "Trockenübungen" mit einem Fahrprofi auf dem Verkehrsübungsplatz oder in der Fahrschule hinter sich gebracht hat. Bei Ihnen kann das jedoch individuell genau umgedreht sein, eventuell gibt Ihnen ein Copilot mit beruhigenden Ratschlägen zusätzliche Sicherheit. Es hängt auch davon ab, wer da neben einem sitzt.

Punkt 5

Video: Profi-Empfehlungen bei Fahrangst und wenig Fahrpraxis

Punkt 6

Buchempfehlungen