2016Die Dieselgate-Affäre bei Volkswagen hat die Schlagzeilen der vergangenen Monate bestimmt. 2016 aber will die Autoindustrie endlich wieder mit neuen Modellen und technischen Neuerungen für Furore sorgen. Diese Trends werden das neue Autojahr bestimmen:

Steckdose statt Zapfsäule

Die Bundesregierung ist von ihrem selbst erklärten Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, noch nicht offiziell abgerückt. Doch die Zweifel unter Experten nehmen zu. Die mickrige Zwischenbilanz macht wenig Mut. Anfang 2015 fuhren gerade mal 19.000 Autos rein elektrisch. Öko-Modelle erweisen sich als Ladenhüter. Der Durchbruch scheiterte bisher an zu geringen Akku-Reichweiten und fehlenden Kaufanreizen. Ab 2016 werden Elektroautos in Deutschland nur noch fünf Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Bisher galt eine zehnjährige Gnadenfrist. All das macht wenig Hoffnung. Trotzdem sind neue E-Modelle zu erwarten. Der kalifornische Hersteller Tesla will in diesem Bereich 2016 richtig durchstarten. Deutlich besser sieht die Bilanz bislang für Hybrid-Fahrzeuge aus. Die wurden fast sechsmal so oft verkauft wie rein elektrische Modelle. Immerhin haben zum Beispiel Audi, BMW, Honda, Lexus und Toyota für 2016 Neuheiten in diesem Bereich angekündigt.

Brücke Verkehr

Neue Oberklasse-Modelle

Wer denkt, große Limousinen seien in Zeiten von Parkplatz-Not ausgestorben, irrt! Gerade auf dem amerikanischen und asiatischen Markt sind diese Oberklasse-Fahrzeuge stark nachgefragt. Die Hersteller wollen deshalb 2016 neue Premium-Modelle auf den Markt bringen. So hat Mercedes für das Frühjahr den Marktstart seiner neuen E-Klasse angekündigt. Neben Luxus, Komfort und neuer Technik versprechen die Schwaben auch einen geringeren Verbrauch. Wenig später wollen BMW, Volkswagen und Audi mit eigenen Oberklasse-Wagen nachziehen. Gerade VW möchte mit dem Passat CC verlorenen Kredit zurückgewinnen. Das Design soll edler, eleganter und sportlicher sein. Auch Volvo und Peugeot wollen mit neuen Modellen im Premium-Segment Fuß fassen. Ende des Jahres kommen dann noch der neue Porsche Panamera sowie der überarbeitete Audi A8 auf den Markt. Teilweise wird der A8 mit Laserlicht ausgestattet, die Erscheinung wird wuchtig und breit.

 
 

Breiter und bunter

VerkehrsübergangBreite Autos liegen ohnehin im Trend. Das war schon auf den jüngsten Messen zu beobachten. Manch PKW bekommt sogar ein echtes Gesicht verpasst! Trendsetter könnten erneut die japanischen Hersteller werden. Die galten bisher als solide und konservativ. Das dürfte sich 2016 ändern. Auf der Tokioter Motorshow im Herbst machten die Hersteller mit neuen, futuristischen und knallbunten Modellen von sich reden. So erinnert Toyotas umgebauter Alphard an einen Schnellzug. Andere Fahrzeuge glänzen durch eine Union-Jack-Flagge im Dach sowie Rollrasen- oder Smarties-Innendekor. Auch blitzender Chrom dürfte 2016 verstärkt in die Autohäuser einziehen.

Autonomes Fahren

Zurücklehnen und genießen – so könnte das Autofahren der Zukunft aussehen. Auch hier scheinen die Japaner Maßstäbe zu setzen. Die Regierung in Tokio fördert die Entwicklung. Mit Erfolg: alle japanischen Autobauer tüfteln an führerlosen Autos. Toyota zum Beispiel will eine Milliarde Dollar in autonome Fahrzeuge investieren. Auch von PSA Peugeot Citroen, Tesla sowie dem Internetkonzern Google ist 2016 mit Neuigkeiten zu rechnen. Vor Deutschland macht diese Selbstfahr-Vision keinen Halt: Volkswagen will in den kommenden Monaten Fahrassistenten bereits in der Kompaktklasse einbauen. Bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h soll der neue Golf eigenständig fahren, bremsen und lenken können. Das würde immerhin für den Stop-and-go-Verkehr in Innenstädten reichen und die Anzahl der Unfallursachen vermindern.

Multimedia fürs Cockpit

Internet ist auch unterwegs auf der Autobahn längst kein Fremdwort mehr. Immer mehr Multimedia-Technik rückt ins Auto. Das wird sich 2016 fortsetzen. Dann dürften bereits 80 Prozent der Neufahrzeuge in Deutschland eine Internetverbindung haben.
Vernetzung und Car-Entertainment heißen die neuen Zauberworte. "Für das klassische Radio wird es langsam eng", heißt es in einer aktuellen Studie der Strategieberatung Goldmedia.

Per E-Mail oder Telefon zum Neuwagen

Autohäuser abklappern und verhandeln – das war gestern. Etwa jeder zweite Neuwagenkäufer besucht nur noch ein einziges Autohaus. Inzwischen wird der Kontakt über Telefon und E-Mail bevorzugt, ergab eine aktuelle Untersuchung im Auftrag von mobile.de. Das Kundenverhalten verändert sich demnach rasant. Davon kann auch das Unternehmen selbst profitieren. Auf seiner Internetseite www.mobile.de handeln private und gewerbliche Anbieter gebrauchte und neue Fahrzeuge jeder Art. Mit mehr als sieben Millionen Nutzern im Monat ist es das größte Portal dieser Art in Deutschland. Auch dieser Trend zu modernen Absatzmärkten dürfte sich 2016 fortsetzen.